Presse-Rezensionen
Verdis Dream
The Strad, Oktober 2002
"Next up was the UK premiere of Martin Wettstein’s Verdi’s Traum. Composed in 2001, the piece is based on Verdi’s opera Macbeth and, according to the composer "it is written in the tonal language wich Verdi himself used; and so it could easily be one of Giuseppe Verdi’s own dreams, or perhaps a nightmare“. My heart sank at the prospect of a Verdi pastiche – a nightmare indeed – but Wettstein had done himself a disservice in his description. The work’s translucent, ghostly and other-wordly textures twisted Verdi’s phrases almost beyond recognation, all with a lilting yet manic quality wich proved gripping. The Amar Quartet clearly revelled in these wild imaginings and flights of fancy.“
Verdis Traum
Tages Anzeiger, 8. Januar 2003
"...Verdis Traum des jungen Zürchers Martin Wettstein: In der Harmonik ganz an Verdi orientiert und doch ganz heutig, öffnet das Quartett eine kleine Opernbühne, stellt Motive aus Verdis "Macbeth“ in humorvolle Zusammenhänge und kalauert von einem Thema zum nächsten.“
Verdis Traum
Neue Zürcher Zeitung, 15.10.2001
...Der junge Zürcher Komponist hat die Elemente seiner Komposition aus Verdis "Macbeth" entwickelt und daraus einen lustvollen Mix aus Bestätigung und Verfremdung zubereitet. Die schönen Melodien und die stereotypen Begleitformeln driften unentwegt ab und finden doch stets wieder zueinander.“
Franz Kafkas Traum von Jesaja
NZZ, 18. März 2003
"...Ein mit feinem Gespür komponiertes Programm, das überdies mit zwei Uraufführungen junger Zürcher Komponisten aufwartete: «Franz Kafkas Traum von Jesaja» von Martin Wettstein (*1970) erwies sich als ein motettisch gebautes, drängendes, mit vielerlei Traditionen und klanglichen Reibungen arbeitendes Stück, derweil «Schliesslicht» von Jürg Lindenberg (*1975) sich dem Grundthema gleichsam subkutan mittels geräuschhaft Gehauchtem näherte. Das anspruchsvolle Programm hätte man sich eindringlicher dargeboten nicht vorstellen können. Das Ensemble Cantapella bestach durch eine Klangkultur, wie man sie hierzulande nicht oft hört."
Schwarzes Feuer
Walter Labhart, Aargauer Zeitung 31.1.2004
Ausgezeichnete Durchhörbarkeit
"Schwarzes Feuer" Wettstein Uraufführung in Baden
"...Charakteristisch für das vielschichtige Trio “Schwarzes Feuer_ ist die häufige Anwendung kontrapunktischer Mittel in Verbindung mit kantabilen Themen. Trotz der vielen fugierten Partien erzielt der Komponist eine ausgezeichnete Durchhörbarkeit. Das mit Rufmotiven schrill einsetzende Werk vereinigt einen dämonischen Tanz mit liedhaftem Ausdruck und motorischen Figurationen, um nach einem ruhigen Epilog pianissimo zu verhauchen.
La Follia: Farinellis Flug zu den Sternen
Der Landbote, 28.04.2004
"Wie sehr sich Corellis Variationen gerade in dieser Aufmachung mit Geige und Marimba beeindruckten, davon zeugte das nächste Werk. Martin Wettstein hat eigens für dieses Duo gewissermassen eine moderne Fortsetzung komponiert mit der Bezeichnung "Farinellis Flug zu den Sternen". Mit bravourösem Glissando steigt die Geige in ferne Höhen, wo dann golden glänzend das Follia-Thema am Firmament erscheint. Aber an der Schlussfloskel bleibt sie hängen, wiederholt sie, wie wenn sie abgeschüttelt werden sollte. Der glutvollen Geigenstimme setzt das Marimba kühle Erhabenheit gegenüber. Der junge Komponist wechselt oft die Register. Herbes Pizzicato der Violine wird mit kurzen Schlägen der Marimba unterstützt; den verdeckten Flageolett-Tönen der Geigerin unterlegt die Perkussionistin zartflächige Klänge des Schlaginstrumentes."
Die Elemente
Stuttgarter Nachrichten, 18.5.2004
"Der Charakter des Klaviers ist verfremdet und bekommt einen eher perkussiven, rhythmischen Charakter. Außerdem wurden den Klängen Farben zugeordnet, was eine Übertragung von musikalischen Analogien auf eine Leinwand möglich macht.
Zu hören und zu sehen war der Farblichtflügel bei der Uraufführung der Vertonung Mörikes Epos "Die Elemente" durch den Schweizer Komponisten Martin Wettstein. Interpreten waren Natalia Siedler, das Ensemble Clarino, Jan Schacher, Martin Wettstein und das Vokalensemble circus musicus unter der Leitung von Dieter Kurz.
Nach dem einleitenden Solospiel des Bassetthorntrios, das durch seinen dunklen und tiefen Klang bestach, entwickelten sich nach und nach minimalistische Konturen. Es entstand eine Spannung, die - gepaart mit der sakralen Melodie des Chores - manchmal etwas Unheimliches hatte."
La Follia: Farinellis Flug zu den Sternen
Der Landbote 26.10.2004
"Wettstein verwendet das Thema lediglich als Basis, gewissermassen als Rohmaterial. Seine Absicht ist es, eine Geschichte mit allen Effekten, die sich aus der ungewohnten Kombination der Instrumente ergeben, zu erzählen. Er überschreibt jede Variation mit einer Begebenheit von Farinellis Flug und setzt mal die Bewegung, mal die Atmosphäre in variantenreiche Lautmalereien um. Mal treten Vioine und Marimbaphon als Kontrahenten in einen musikalischen Widerstreit, mal verschmelzen sie zu einem bizarren Klangbild. Dann lassen sie sich wieder gegenseitig in ausschweifenden Melodien tragen."
Kadenz zu Ligetis Violinkonzert
Der Landbote 8.11.2004
"Ausser Konkurrenz startete György Ligetis Violinkonzert. Der arrivierte ungarische Komponist vermengt Tradition und Moderne in einer verwirrenden Vielschichtigkkeit, so dass man für die zusammenfassende Kadenz von Martin Wettstein am Schluss richtig dankbbar war."
La Follia: Farinellis Flug zu den Sternen
Appenzeller Zeitung, 24.11.2004
"Doch das Werk Wettsteins lebte nicht nur von der hervorragenden Interpretation durch die beiden Musikerinnen. Es ist eigenständig in seiner Tonsprache, die barocke Elemente, thematische Anleihen bei Corelli und zeitgenössische formale und harmonische Freiheiten geschickt miteinander verknüpft, spannungsvoll und konsequent durchgestaltet, dazu reich an organisch einander gegenübergesetzten Kontrasten."
"Tosender Applaus für «Ikarus»-Uraufführung"
Limmattaler Zeitung 18.1.2005
Das Jugend-Sinfonieorchester Zürich brachte beliebte Perlen sinfonischer Musikliteratur zum Klingen. Krönung des rund zweistündigen Auftritts indes war die Uraufführung einer Auftragskomposition von Martin Wettstein.
Im Stück «Ikarus-Flug 160» hat der Komponist sowohl seelische Grundstimmung als auch konkrete Erlebnisse verarbeitet, insbesondere seinen 160., mehrstündigen Paragliding-Flug über dem Mythen in der Zentralschweiz. Dem Jugend-Sinfonieorchester Zürich gelang es, dieses explosive Gemisch aus Angst und Elan, das Gefühl der unendlichen Einsamkeit über den Wolken, das Schweben und Steigen, den lautlosen Fall und schlussendlich den zerschmetternden Aufprall, auf sehr eindrückliche Art und Weise nach zu vollziehen. Vom ersten Augenblick vermochten die jungen Instrumentalistinnen und Instrumentalisten das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Wer bisher kein Freund von moderner sinfonischer Musik war, wurde augenblicklich bekehrt."
"Zauber der Flöte hörbar gemacht"
Zürichsee-Zeitung 22. 6.05
Als Nächstes stand eine Uraufführung auf dem Programm. Der in Küsnacht lebende Komponist Martin Wettstein hat Anfang dieses Jahres im Auftrag des Orchesters sein "Konzert für Flöte und Orchester" geschrieben. Auch dieses Werk strahlt Lebensfreude und Temperament aus, lässt aber ebenso Raum für besinnliche Stimmungen. Tosend steigen Orchester und Flöte in den ersten Satz ein...zu den klassischen Elementen gehören die Motive, dass Entwickeln und die Verknüfung verschiedener Themen, der Fluss der Musik oder die Kadenz des Soloinstrumentes. Dabei fehlt es dem Werk in keiner Weise an Originalität. Der junge Künstler macht "neue Musik, die Spass machen kann und soll" - und das tut sie auch. Nicht nur für das Publikum war die Uraufführung ein Erlebnis.
Dem Orchester sah man die Spielfreude an...Dieter Flury, Soloflötist bei den Wiener Philharmonikern, stellte auch bei diesem Werk sein aussergewöhnliches Talent unter Beweis, indem er seinem Instrument die unterschiedlichsten Töne und Klänge entlockte. Mit einem tosenden Applaus nahmen die Zuhörer die Erstaufführung des Werkes an...
Ein großes Geschenk ans Publikum
Badische Zeitung vom Montag, 10. April 2006
Ulrich Winzers Auswahlblasorchester “Lure” bestritt den zweiten
Konzertteil, der mit der dritten Sinfonie von James Barnes das einzig
schwermütige Stück des Abends bot, bei dem mit Glockenspiel und
Piccoloflöten neue Klangfarben zum Funkeln gebracht wurden. Zuvor gab
es mit Martin Wettsteins “Rushhour Dance” die zweite Uraufführung des
Abends, ein Concerto grosso für großes Orchester und kleine
Solistengruppe. Die war niemand geringeres als das weltberühmte
Raschèr Saxophone Quartett in der Besetzung Christine Rall, Elliot Riley,
Bruce Weinberger und Kenneth Coon. Gemeinsam mit Lure brannten sie
ein energetisches Musikgewitter ab, in dem kantabel dargebrachte
Melodien in die Rhythmen zuckten und sich den Zuhörern geheimnisvolle
Traumwelten öffneten. Der komplexe Tanz der Gefühle wurde vom
Orchester wie von den vier Saxophonisten mit blitzender Virtuosität
vorgetragen.
Fesselnde neue Musik
NZZ 24.5.06
...So sind die "Mystischen Tänze" (2004) des Schweizer Komponisten Martin Wettstein, die das Schweizer Klaviertrio an seinem Konzert in Zürich Altstetten zwischen Robert Schumanns op. 80 und Johannes Brahms' op. 87 aufführen wird, eigens für dieses Ensemble komponiert worden. "Es ist eine intuitive Musik, komponiert entlang von Texten der deutschen Mystikerin Mechthild von Magdeburg, die frei umgesetzt sind. Es ist eine sehr klangsinnliche Musik, oft meditativ. Es gibt viele Stellen, wo einfach Klang im Raum steht, ohne große Entwicklungen im romantischen Sinn. Erstaunlich, wie gut das Werk in verschiedenen Ländern beim Publikum angekommen ist." Neue Musik fesselt ihr Publikum also problemlos, sofern sie gut und adäquat interpretiert wird.(...)
Neue Sinnlichkeit
St. Galler Tagblatt; 02.05.2006
"...Mit einem gewollten Missklang begann "Constanzes Traum" des schweizer Komponisten Martin Wettstein, das erst kürzlich uraufgeführt wurde...Wie in einer Collage setzt Wettstein hektische, albtraumartige Sequenzen mit harmonischen Phasen zusammen, lässt Mozart-Zitate einfliessen, sprengt Stilgrenzen hin bis zum Jazz. Das komplexe Stück traf den Nerv des Publikums...das die Leistung des Ensembles mit Bravo-Rufen feierte..."
Das Neue Zürcher Orchester NZO im St. Peter Zürich
NZZ 18.9.2007
"Die griechische Mythologie überliefert Ikarus als einen Wagemutigen, der mit seinen Wachsflügeln der Sonne entgegenfliegt und dabei abstürzt. Dieser Hintergrund und die damit verbundene Idee des Über-sich-hinaus-Wachsens haben Wettstein zu einer effektvollen Komposition inspiriert. Zu Beginn ertönt ein Trompetensignal, das Blech wird ausgiebig bedacht, die Perkussionsinstrumente zeigen die ganze Palette, die Streicher sammeln sich zu wirkungsvollen Ostinati, die Holzbläser steuern eingängige Soli bei. Das Werk war nach dem Geschmack der vorwiegend jungen Musiker gemacht, und sie bescherten ihm eine temperamentvolle Wiedergabe."